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13 monologe

H.C. Artmann / Ernst M. Binder

Erlauben bitte: Ich
Die Österreichische Seele als Heurigenabend

Eine Szenische Hommage an H.C. Artmann und Hans Moser

mit Rudi Widerhofer

und dem EHEPAAR REBLAUS

  Lukas Goldschmidt Hammond-Orgel
  Grace Latigo Gesang

Inszenierung Ernst M. Binder
Musikalische Leitung Lukas Goldschmidt
Dramaturgie Roman Freigassner
Bühne Carlos Schiffmann
Kostüme Andrea Plabutsch
Licht Geari Schreilechner
Produktionsleitung  
dramagraz Andrea Speetgens

 

Uraufführung: 20. Oktober 2004, 20:00, Theater Rabenhof, Wien

Co-Produktion: dramagraz / Theater Rabenhof, Wien

http://www.rabenhof.at

So wie H. C. Artmann sich in seinem inneren Monolog an seine uns fremde Vergangenheit erinnert, so erinnert Hans Moser uns an eine Gute Alte Zeit, die es nie gegeben hat, weil er sie bloß in seinen Filmen verkörperte. So wie Moser für das Publikum sein "Dienstmann-Dasein" verklärte, erzählt H. C. Artmann von Frauen und Freunden, von Gott und der weiten Welt, vor allem aber von Hans Carl Artmann selbst.

Spannend ist es, beide Figuren zu verschmelzen: Moser nicht als wissenschaftliche Aufarbeitung einer Existenz eines Kleinen Mannes, sondern als einen liebenswürdigen mißtrauischen Zeitgenossen, der sich durch den Alltag nuschelt,- und Artmanns wiedererwachtes Interesse an seiner eigenen Biographie nicht als konkrete literarische Autobiographie, sondern als er- und gelebte poetische Lebensgeschichte.

Die Fiktion eines bloß auf Zelluloid gelebten Lebens und eine wahre Lebensgeschichte als literarische Vergangenheitsbeschreibung erfüllen hier nahezu den Tatbestand einer wundersamen Paradoxie: atemberaubend von einem Dasein in einer längst entschwundenen mitteleuropäischen Welt zu schwärmen, die es freilich nie gab, dem Zuschauer und -hörer aber dennoch das Gefühl geben, etwas erleben zu dürfen, das man nicht hätte erleben können, auch wenn man in dieser Zeit gelebt hätte.